
Depression
Fakten über Depression
Auf dieser Seite erhalten Sie eine umfassende Übersicht über alle wichtigen Informationen rund um das Thema Depression – kompakt und verständlich zusammengefasst.
Fakt #1: Depression hat vielfältige Ursachen
Eine Depression hat nicht entweder biologische (körperliche) oder psychosoziale Ursachen. Zusätzlich muss eine mögliche Komorbidität eingeräumt werden. Die Ursachen einer Depression sind also vielfältig und entstehen meist durch das Zusammenwirken verschiedener Einflussfaktoren:
Psychosoziale Faktoren
Psychosoziale Faktoren entstehen aus dem Zusammenspiel individueller psychischer und sozialer Bedingungen. Unter anderem diese Faktoren können die Entstehung einer Depression begünstigen:
Biologische Faktoren
Auch eine familiäre Prädisposition oder neurobiologische Störungen spielen eine Rolle bei der Entstehung einer Depression, wie bspw.:
Komorbidität
Komorbidität meint das gleichzeitige Vorliegen weiterer Erkrankungen, sodass sich immer auch die Frage gestellt werden muss, ob es sich bei einer Depression um eine Grunderkrankung oder um eine Begleiterkrankung handelt, bspw. bei:
Fakt #2: Depression kann sich maskieren
Depression (= lat. für “niederdrücken”, psych. “seelische Verstimmung”) ist ein symptomorientierter Oberbegriff. Ihre Hauptsymptome Traurigkeit, gehemmtes Denken, Antriebslosigkeit oder körperlich-vegetative Störungen (bspw. Schlafstörungen) sind dem Großteil unserer Gesellschaft bekannt und Depression ist dann für viele von uns erkennbar.
Doch manchmal kann sie sich hinter anderen Beschwerden oder recht gegenteiligen Symptomen (“atypische Depression”) verstecken und macht es uns damit schwer, sie zu erkennen – bei uns selbst wie bei unseren Mitmenschen. Je nach Erscheinungsform werden (teils populärwissenschaftliche bzw. umgangssprachliche) Bezeichnungen genutzt, die auf die “Maskierung” hinweisen. Diese Maskierungen machen Depression schwer erkennbar:
Hochfunktionale Depression
Betroffene meistern ihren Alltag, gehen einem Job nach, haben Familie, soziale Kontakte und Hobbies. Ebenso wie Außenstehende bemerken die Betroffenen ihre Erkrankung häufig selbst nicht, denn die typischen Symptome einer Depression sind nicht ersichtlich oder werden von den Betroffenen verdrängt. Obwohl ihre Leistungsfähigkeit konstant bleibt und teilweise überdurchschnittlich ist, können sie u.a. folgende Beschwerden ereilen:
Gefährdet sind vor allem Menschen mit einem hohen Maß an Perfektionismus, Selbstkritik und geringem Selbstbewusstsein.
Larvierte Depression
Anstatt Niedergeschlagenheit bzw. schlechter Stimmung empfinden Betroffene vorrangig diffuse, multiple körperliche Beschwerden bzw. Schmerzen und Missempfindungen, die auf den ersten Blick nicht auf eine Depression hindeuten und diese somit schwerer zu erkennen ist. Die Depression wird vielmehr “vitalisiert” am oder im Körper erlebt, es herrscht eine Wechselwirkung zwischen Seele und Körper (-> “psychosomatisch”). Diese Form wird deshalb auch “somatisierte” oder tatsächlich auch “maskierte” Depression genannt. Psychosomatische Symptome können u.a. sein:
Unerkannt bzw. unbehandelt kann dies zu übermäßiger Gesundheitsbesorgnis und intensiver Selbstbeobachtung führen.
Smiling Depression
„Keep smiling, egal was ist.” Die Depression wird hinter einer aufgesetzten positiven Stimmung versteckt:
Betroffene wirken nach außen fröhlich und leistungsfähig, fühlen sich innerlich aber traurig, leer und erschöpft. Sie verstecken ihre wahren Gefühle aus Scham oder Pflichtgefühl, was dazu führt, dass die Depression oft unerkannt bleibt. Das macht sie besonders gefährlich. Auch hier können Symptome einer atypischen Depression bestehen, wie:
Fakt #3: Die Anzahl der Betroffenen steigt
Die Häufigkeit von Depressionen in unserer Gesellschaft nimmt zu – insbesondere unter jungen Menschen und Frauen – was unter anderem auf folgende Treiber zurückgeführt werden kann:
Als eine Ursache – besonders für den Anstieg der Erkrankung junger Frauen – wird hier die Nutzung der sozialen Medien von jungen Frauen insbesondere für den Vergleich mit anderen Frauen hinsichtlich ihres Aussehens, ihrer Fähigkeiten und Leistungen in einer besonders verletzlichen Phase des Heranwachsens in der Fachliteratur angeführt.
Frauen sind häufiger betroffen
Frauen haben im Vergleich zu Männern ein grundsätzlich höheres Risiko, im Laufe ihres Lebens an einer Depression zu erkranken. So lag der Anteil an erwachsenen Frauen, die unter depressiven Symptomen litten, im Jahr 2023 bei ~15,4 % der Bevölkerung (RKI). Auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Depression erneut auftritt, ist bei Frauen größer als bei Männern. Als Einflussfaktoren für die erhöhte Betroffenheit von Frauen werden unter anderem die erfahrene Erziehung und eine höhere Wahrscheinlichkeit von früheren Missbrauchs- und Gewalterfahrungen diskutiert.
Erkrankte werden zunehmend jünger
Junge Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren bilden mit ~23 % die größte Altersgruppe unter den von depressiven Symptomen betroffenen Frauen. Die Häufigkeit der Erkrankung von jungen Männern im Alter von 18 bis 29 Jahren ist ähnlich der Häufigkeit der Erkrankung von Männern zwischen dem 30. und 64. Lebensjahr (zwischen 14 – 15,5%). Dennoch zeigt sich auch bei jüngeren Männern ein größerer Anstieg der Betroffenheit im Vergleich zu den älteren Altersgruppen in den letzten Jahren.