
Denk- & Verhaltensmuster
Veränderung – Ein ewiger und notwendiger Kreislauf
Ich bin am Ausmisten… und an dieser Stelle sehr dankbar für den Fortschritt der Digitalisierung:
Sie bedeutet für uns alle Veränderung und für meine Arbeit bzw. meinen Mikrokosmos unter anderem weniger Papierverbrauch, weniger Stauraum, weniger Müll – weniger materielles Hab und Gut. Während ich darüber sinniere, kommen mir ein paar Impulse zum Thema Veränderung, die ich hier gerne teilen möchte. Vielleicht hilft es, Veränderung in einem anderen, optimistischen Blickwinkel zu betrachten.
Licht und Schatten
Jede Veränderung bedeutet das Loslassen von etwas Bestehendem und das Hinzunehmen von etwas (im)materiell Neuem. Liebgewonnenes ebenso wie Verschmähtes geht, Ersehntes ebenso wie Gefürchtetes kommt. Licht und Schatten liegen immer nah beieinander – und manchmal kommt es einfach darauf an, aus welchem Winkel wir unsere Lampe – unseren Blick, unsere Gedanken und Bewertungen – auf die Dinge richten. Mal werfen sie mehr Schatten, mal erstrahlen sie in vollem Licht. Des einen Licht mag des anderen Schatten sein. Was ich für lichtvoll heiße, bedeutet für Dich vielleicht Dunkelheit. Und so ist es eben auch beispielsweise mit der Digitalisierung, bei einem Jobwechsel oder einer Trennung.
Veränderung dient unserem Lebenserhalt
Doch weshalb gibt es Veränderung überhaupt?
Sie dient unserem Lebenserhalt: Aufgrund unserer Lernfähigkeit erlangen wir stetig neue Erkenntnisse über Bestehendes und hinterfragen dessen Tauglichkeit für unseren Lebenserhalt, der sich in unseren grundlegendsten Bedürfnissen wie Sicherheit, Berechenbarkeit und Gesundheit ausdrückt. Mit Veränderungen sorgen wir für die Erfüllung dieser Bedürfnisse.
Mit Veränderung schaffen wir allerdings wieder (un)bewusst Schattenseiten – also Beeinträchtigungen unserer lebenserhaltenden Bedürfnisse –, die wir durch spätere, erworbene Erkenntnisse aufgrund unseres Lernens erkennen. Und für die wir wiederum Lösungen suchen und verfolgen – und damit erneut Veränderung anstoßen. Ein ewiger Kreislauf der Transformation.
“Veränderung ist unsere stetige Anpassung zum Wohle unserer Existenz und Identität – ein ewiger Kreislauf der Entscheidung, des Versuchs und der Erkenntnis.”
Überwindung der Angst
Spirituell und psychologisch betrachtet kann unsere stetige Anpassung auch ein Streben nach irdischer (!) Unendlichkeit sein – unsere Inakzeptanz der Endlichkeit aufgrund der Angst vor dem physischen oder identitären Tod bzw. vor dem Nichts. Deshalb sind Glauben und Sinn im Leben so wichtig für uns.
Den ewigen Kreislauf der Transformation können wir also durchbrechen bzw. verlangsamen, wenn wir unsere Angst vor Endlichkeit bspw. mithilfe des Glaubens überwinden, uns auf unseren Sinn des Lebens konzentrieren und ein Leben in Gegenwärtigkeit führen würden. Dann bestimmt der Sinn – und nicht die Angst – das Tempo und Maß der Veränderung.
Bis dahin ist Veränderung eine wundervolle Möglichkeit, uns selbst besser kennenzulernen.